Feldhecke

Die Feldhecken sind hochwertige lini­enhafte Gliederungselemente in der Kulturlandschaft. Je nach ihrer Breite und ihrem Alter können die Feld­hecken als die Überreste von Wäldern angesprochen werden, die der zuneh­menden landwirtschaftlichen Nutzung weichen mußten. Es handelt sich dem Grunde nach um zwei unmittelbar zusammengerückte Waldsäume. Für die Endstufe der Vegetationsentwick­lung, den Wald, ist wegen der land­wirtschaftlichen Flächenansprüche keine oder nur eine äußerst schmale Fläche übriggeblieben.

 

Feldhecken sollten in einer intakten Landschaft die landwirtschaftlichen Flächen, die z. B. in Form der Äcker jährlich neu bestellt oder als Wiesen

ein- in der Regel aber zweimal im Jahr abgemäht werden, in Form eines Biotopverbundnetzes gliedern. Als dauerhafter Lebensraum in einer Brei­te von ca. 3 bis teilweise fast 10 m bestehen sie aus den Saumstreifen mit Gräsern und Kräutern, den Rand­gehölzen wie z. B. Himbeere, Brom­beere bis zu Hundsrose, Schlehdorn und Schneeball. Den Mittelteil der Feldhecke bilden je nach den Stand­ortbedingungen z. B. der Weißdorn, die Salweide, der schwarze Holunder, die Haselnuß, der Feldahorn und die Baumarten wie z. B. Eberesche, Hain­buche, Birke, Stieleiche, Vogelkir­sche. Dieser Lebensraum zeichnet sich durch ein eigenes gegenüber der Umgebung wärmeres und ausgegli­cheneres Kleinklima, gute Deckungs

möglichkeiten und ein reiches Nah­rungsangebot aus. Als linienhafter Lebensraum kann er z. B. die Verbin­dung zwischen dem Wald und einem Feldgehölz in der Kulturlandschaft herstellen, weil sich Kleinvögel, Klein­tiere und Insekten im Schutz der Feld­hecke relativ gefahrlos in der Land­schaft bewegen können.

Feldhecken in der Kulturlandschaft nützen auch den angrenzenden Kul­turflächen, weil sie durch die Windbe­ruhigung den Ertrag mehr steigern, als die Beschattung ihn auf kleiner Fläche verringert.

Alte Feldhecken weisen einen hohen Reifegrad auf, weil sich zwischen den darin lebenden Tier- und Pflanzenar­ten einschließlich der Mikroorganis­men und dem Boden ein Gleichge­wicht entwickelt hat.


Neu gepflanzte Feldhecken benötigen , viele Jahrzehnte, bis sie dieses Ent­wicklungsstadium und damit die volle Leistungsfähigkeit im Naturhaushalt erreicht haben. Feldhecken ent­wickeln sich auch alleine, wenn man der Natur nur den Raum zur Enwick­lung überläßt (z. B. Lesesteinwälle und Böschungen).

Da den Feldhecken oft nicht die ihnen gebührenden Grundflächen überlas­sen werden, sind Pflegemaßnahmen in längeren Zeitabständen notwendig, weil durch die natürliche Vegetations­entwicklung, die höheren Bäume die niedrigen Straucharten überwachsen und erdrücken. Feldhecken können in ihrer Artenvielfalt nur durch klein­flächiges „Auf-den-Stock-setzen" un­ter Berücksichtigung der örtlichen Situation und der Artenzusammenset­zung dauerhaft erhalten werden. (Ev.)

 


 
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