Streuobstanlage am Wadberghang

Der Wadberg, der mit 537 Meter den Talgrund etwa hundert Meter über­ragt, ist an seinem vor uns liegenden Osthang durch mehrere Terrassen gestuft, auf denen einst nicht nur vier Pavillons errichtet, sondern 1771 auf Veranlassung des Fuldaer Fürstbi­schofs Heinrich von Bibra (1759 - 88)auch zahlreiche Obstbäume ange­pflanzt wurden.

Bis Anfang der siebziger Jahre erfreuten sich alljährlich im Frühjahr die Besucher der Fohlenweide an der Blütenpracht der vielen Bäume. Im Herbst wurde das Obst versteigert, bis in unserer Zeit daran kein Interes­se mehr bestand, und die Anlage bedauerlicherweise einer Rodungs­aktion zum Opfer fiel.

In den Jahren 1989 und 1990 haben die Naturparkverwaltung und das Hessische Forstamt Hofbieber das Hanggelände wieder zu einer "Streu­obstanlage" gestaltet.Solche Streu­obstbestände, worunter man extensi­ven Feldobstbau im Gegensatz zum reinen Erwerbsobstbau versteht, wer­den heute wieder überall begründet. Das gewandelte Umweltbewußtsein hat ihren ökologischen Wert erkannt. Hier finden die althergebrachten hochstämmigen Obstsorten einen ihnen zusagenden Standort und geben Vögeln sowie Insekten (Bie‑

nen!) eine Lebensgrundlage. Dabei ist selbstverständlich, daß weder gedüngt noch gespritzt wird.

Wie kaum eine andere Kulturart schützen Obstbestände (vor allem an Hängen) vor Bodenerosion und haben daher ähnliche bodenschüt­zende Eigenschaften wie der Wald.

Sie wirken ferner regulierend auf den Wasserhaushalt, sind im Sommer feuchter und kühler als Ackerflächen oder Gebäude und bewirken dadurch einen klimatischen Ausgleich. (wik)

 

 
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