Die Vogelwelt an der Fohlenweide

"Schafft ein Biotop und Ihr werdet auf die Arten nicht warten müssen!". Die­ser sinnvolle Spruch hat heute mehr Bedeutung denn je. Wer immer auch Lindenallee und Teiche an der Foh­lenweide angelegt hat und für wel

chen Zweck, heute ist sie eine Oase, ein Kleinod, wie es nur wenige dieser Art gibt. Alte und mit unterschiedli­chen Brutmöglichkeiten ausgestatte­ten Bäume haben Seltenheitswert.

Es gibt sie nur noch in gepflegten Parks und in Siedlungen, die unter Denkmalschutz stehen. An den öffent­lichen Straßen sind sie aus verkehrs­technischen Gründen nicht zu erhal­ten. Wir sollten also froh und glücklich sein, sie zu haben und erhalten zu dürfen. Zu ihrem Fortbestehen muß der Mensch ausnahmsweise einmal zurückstehen. Ihr Alter beträgt meiner Schätzung nach rund 200 Jahre. Sie sind Bestandteil der Umgebung des ehemaligen Jagdschlosses der Fürst­äbte von Fulda. Worin liegt aus der Sicht des Vogelkenners der besondere Nutzen alter Bäume? Sie bieten mit ihren hohlen Stämmen und Zweigen Unterkunft und Brutrevier für eine Anzahl von Vogelarten, und nicht nur das. Sie werden auch von Säugetie­ren und Insekten bewohnt.

festgestellt. Im Strauchwerk des Um­feldes singen vereinzelt Grasmücken, Rotkehlchen und Heckenbrauneile, Weiden- und Fitislaubsänger, Buch­fink, Amsel und Singdrossel. Zum klassischen Biotop - Lebensraum - gehört das notwendige Nahrungsangebot, eine Brutmöglichkeit und Ruhe. Wären diese Voraussetzungen im Bereich der Fohlenweide nicht gegeben, müßten wir auf das Vorkom­men der einen oder anderen Art ver­zichten. Nicht wegzudenken sind die verschiedenen Wasserstellen. Die meisten der genannten Vogelarten sind Weichfresser; sie leben von den durch die Wasserflächen angezoge­nen Insekten. Auf den Teichen und Tümpeln selbst brütet die Stockente und zuweilen der Zwergtaucher. Mit der Verpachtung beziehungsweise Bewirtschaftung der Teiche war ihr Lebensraum unbrauchbar geworden. Diese Arten könnten aufgrund der geänderten Verhältnisse wiederkom­men; möge es gelingen. (Hei.)

Beschränken wir uns auf die Vogelar­ten. Die größte hier vorkommende Vogelart ist der Waldkauz. Er benötigt bedeutend mehr Wohnraum im Inne­ren der Stämme als alle anderen Höhlenbrüter. Als Wegbereiter für klei­nere Arten - Kleiber, Meisen und Flie­genschnäpper - ist der Specht, hier

der große Buntspecht, zu nennen. Es ist seine Art, jährlich eine neue und maßgerechte Höhle zu zimmern, die dann gern von den genannten Nach­folgern übernommen wird. So haben wir Vogelkenner bei der Fohlenweide seither den Waldkauz, den großen Buntspecht, den Kleiber, die Tannen-, Hauben-, Blau- und Kohlmeise sowie Trauer- und Grauschnäpper, die Ge­birgs- und Weiße Bachstelze sowie den Waldbaumläufer als Brutvogel

 
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