Unsere heimischen Amphibien

Sie leben im Verborgenen, im Wasser, Gras, unter Steinen und Baumwurzeln, in Hecken, Wäldern und Wiesen. Sie sind nachtaktive Tiere, die von Würmern, Insekten, Schnecken und Raupen leben. Die Kröten sind deshalb auch im Garten heimisch und sehr nützlich für den Gärtner.

Viele Bürger kennen die Lurche nur von Bildern, meinen sie seien häßlich, schleimig, sogar giftig. Schon in Märchen und Sagen begegnen sie uns als unheimliche, meist böse Wesen. Erst wenn wir uns näher mit den wechselwarmen Tierchen beschäftigen, die sowohl im Wasser als auch auf dem Land leben können, lernen wir die durch Gesetz geschützten Wesen kennen; denn nur was der Mensch kennt, für das ist er auch bereit, sich einzusetzen. Aus diesem Grund eine kurze Information:

Im Raum der Fohlenweide gibt es Grasfrösche (braun), Erdkröten (braun und warzig), Berg- und Teichmolche, den grünen Teichfrosch leider noch nicht, in einem Tümpel auf der Höhe Kammolche. Erdkröten und Grasfrösche leben den größten Teil des Jahres auf dem Lande, Grasfrösche bevorzugen mehr feuchte Flächen. Im Herbst graben sie sich im Erdreich ein, Grasfrösche auch in den Grund von Teichen und Tümpeln, um zu überwintern. Im Frühjahr kommen sie ab März/April bei feuchtwarmem Wetter wieder hervor und ziehen zu ihren angestammten Laichplätzen, die Grasfrösche früher als die Kröten. Grasfroschweibchen legen faustgroße Laichklumpen, Krötenweibchen Laichschnüre an Wasserpflanzen. Anschließend wandern die Tiere zurück in ihre eigentlichen Lebensräume. Die Wanderung zum Laichplatz erfolgt oft explosionsartig in großen Gruppen, die Rückwanderung einzeln. Der Grasfrosch sucht seinen Lebensraum bis einen Kilometer vom Laichplatz, die Kröte bis zu drei oder vier Kilometer. Die Lebensgewohnheiten der Molche ähneln denen der Frösche und Kröten. Molche bleiben jedoch länger im Wasser, sie legen ihre Eier einzeln an Wasserpflanzen. Ihr Lebensraum ist in der Nähe des Laichplatzes. Aus den Eiern (Laich) entwickeln sich nach wenigen Wochen entsprechend der Sonnenbestrahlung Larven (Kaulquappen), die nur im Wasser leben können. Nach weiteren Wochen verwandeln sie sich im Juli und August in Kleinfrösche, Kleinkröten und Kleinmolche, die den Alttieren ähnlich sind und wie diese im Wasser und auf dem Lande leben können (Lungen- und Hautatmung). Nur ungefähr ein Prozent der Jungtiere wird vor Erreichen des Fortpflanzungsalters nicht gefressen werden. Laich-, Quappen- und Jungtiere sind Nahrung für andere Lebewesen wie Molche, Fische und Großvögel. Sie sind Glieder in der Nahrungskette des Fressens und Gefressenwerdens. Das Vorkommen der Amphibien - einer sehr alten Tierart (300 Millionen Jahre) - ist in letzter Zeit leider stark zurückgegangen, auch im Bereich der Fohlenweide. Ursachen hierfür sind:

  • Zerstörung der Lebensräume,
  • Verschlechterung der Qualität der Laichgewässer (zu nährstoffreiches und saures Wasser),
  • Verringerung des Nahrungsangebotes durch Insektizide und
  • der Straßentod durch überfahren werden.

Die Amphibien sind auch als Indikatoren für die Verringerung der Lebensqualität des Menschen zu sehen. Wir sollten die Verantwortung spüren, um auch in unserem eigenen Interesse das Weiterleben der Amphibien zu ermöglichen.

 
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